Leinsamen Blausäure

Leinsamen BlausäureBlausäure oder Cyanid ist in vielen Samen und Obstkernen enthalten. Es handelt sich dabei um eine eher farblose und wasserlösliche Flüssigkeit, die brennbar und vor allem auch extrem giftig ist. Blausäure wird übrigens in der Industrie als erfolgreiches Mittel zur Schädlingsbekämpfung eingesetzt.

Auch in der Photographie, sowie bei der Metallgewinnung von Gold und Silber ist Cyanid weit verbreitet. Ansonsten entsteht Blausäure auch durch die Kunststoffverbrennung.

Was ist eine Blausäurevergiftung?

Blausäurevergiftungen zählen mit zu den gefährlichsten Intoxikationen überhaupt. Die Einnahme von zu großen Mengen von Aprikosenkernen, Bittermandeln und auch von Leinsamen kann vor allem für die Kinder schnell tödlich ausgehen. Charakteristisch für eine Vergiftung mit Blausäure ist eine graue Gesichtsfarbe, sowie auch ein bitterer Geruch nach Mandeln, bei gleichzeitig auftretender Atemnot. Vergiftungserscheinungen sind auch noch heftige Kopfschmerzen, Erbrechen, Ohrensausen und Schwindel, Krämpfe und gelegentlich auch eine auffällige rosige Hautfarbe, die sich bei weiterem Fortschreiten der Vergiftung dann allerdings auch ändert. Auch eine plötzliche Ohnmacht nach dem Verzehr von cyanidhaltigen Nahrungsmitteln, kann ein Zeichen von einer Cyanidvergiftung sein. Im Zweifelsfall sollte man sich unbedingt sofort an den Arzt wenden, damit eine rechtzeitige Antidotbehandlung gewährleistet werden kann, da die Reanimation ohne diese notwendige Behandlung nicht unbedingt den erwarteten Erfolg verspricht.

Chemische Formel für Blausäure

Blausäure strukturformel

Wie entsteht die Blausäure in den Samen?

Blausäure ist in vielen Steinobstfrüchten, in einigen Rosengewächsen, in Bambussprossen, Limabohnen und auch in der Maniokknolle und in der Yamswurzel enthalten. Allerdings nicht in direkter Form, da sie erst durch den Abbau der cyanogenen Glucosiden entstehen, die in den meisten Nahrungspflanzen enthalten sind. Der Unterschied ist von der jeweiligen Konzentration abhängig. Im Fall von Leinsamen Blausäure sind die cyanogenen Glucosiden höher als bei anderen Pflanzen.

Da dieser giftige Stoff bei der Nahrungsaufnahme der Säugetiere nicht zu umgehen war, musste sich der Körper daran gewöhnen, wobei die Evolution eine wichtige Rolle spielt. Von einer Vergiftung ist dann die Rede, wenn der Körper, egal ob bei Menschen oder Tieren, die enthaltenen Mengen cyanogener Glykosiden bei der notwendigen Umwandlung zur Verdauung nicht mehr bewältigen kann.

In welchen Mengen ist Blausäure im Leinsamen enthalten?

Leinsamen BlausäurevergiftungObwohl Leinsamen Blausäure enthält, heißt das noch lange nicht, dass der Lein eine giftige Pflanze ist. Wie bei vielen anderen Nahrungsmitteln auch, hängt es in erster Linie von der eingenommenen Menge ab. In der Regel schafft es der Körper ohne Probleme, die in den Pflanzen enthaltene Säure zu entgiften, um sie dann über den Harn wieder auszuscheiden.

Leinsamen Blausäure wird übrigens nur freigesetzt, wenn es sich um zerkauten oder um zerstoßenen Samen handelt. Bei ganzen Leinsamen wird dieser ja auch nicht gespalten und so gut wie unverdaut wieder ausgeschieden. Das bedeutet allerdings jetzt nicht, dass man auf zerstoßenen Leinsamen verzichten muss. Wenn man beispielsweise 100 g Leinsamen verzehrt, dann wird ca. 20 mg Cyanid freigesetzt. Tödliche Mengen bei Erwachsenen sind aber 1 bis 2 mg/kg Körpergewicht. Geht man also von einem durchschnittlichen Gewicht von 60 kg aus, dann liegt die Gefahrenzone bei 120 mg Blausäure. Ein Gramm Leinsamen enthält ca. 0,2 mg Cyanid. Um tödliche Mengen einzunehmen, müsste man also zwischen 300 und 600 g davon auf einmal essen. Es ist an diesem Rechenbeispiel also mehr als deutlich ersichtlich, dass Leinsamen in geringen Mengen unbedenklich ist.

Was ist die empfohlene Menge von Leinsamen?

Sind Leinsamen täglich ungesund?Wie anfangs schon erwähnt, können Mengen ab 300 g Leinsamen (auf einmal verzehrt) tödlich sein. Es wird aber sicherlich niemand daran denken, solche Mengen zu sich zu nehmen. Für das Müsli zum Frühstück, zum Backen oder auch für Salate sind ein bis zwei Esslöffel durchaus ausreichend. Auch wenn man mit dem Leinsamen Verstopfungsprobleme lösen möchte, sind nur sehr geringe Mengen notwendig. Die empfohlene Dosis liegt bei drei Esslöffeln täglich. In dieser Dosierung ist die Leinsamen Blausäure unbedenklich.

Wer aber trotzdem noch bedenken hat, kann den Leinsamen übrigens auch kurz kochen. Die Blausäure verdampft beim Kochen, da sie wasserlöslich ist. Was den Siedepunkt angeht, so ist dieser mit 25 Grad wirklich sehr niedrig. Ansonsten empfiehlt es sich, lieber ganzen Leinsamen zu kaufen, da der geschrotete Leinsamen im Vergleich schon nach wenigen Tagen im geöffneten Paket ranzig wird. Wichtig ist auf jeden Fall beim Verzehr nicht nur auf die Leinsamen Blausäure zu achten, sondern auch auf das Trinken von viel Flüssigkeit. Die kleinen Samen können in der Speiseröhre verklumpen oder den Darm verstopfen. Es ist übrigens auch ratsam, den Leinsamen nicht zusammen mit Arzneimitteln einzunehmen, da die Wirkung der Medikamente dadurch beeinträchtigt werden kann.

Leinsamen Blausäure
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