Leinsamen

LeinsamenDie Samen vom Flachs sind unter dem Namen Leinsamen bekannt. Sie sind zwischen 4 – 6 mm lang und die Farben der Schalen variieren zwischen einem hellen gelb bis hin zu dunkelbraun. Die Hüllen sind spröde und ziemlich dünn, ansonsten ist die Oberfläche glatt und glänzend. Der Geschmack von Leinsamen ist leicht nussig, weshalb sie gerne für das Frühstücksmüsli, für selbstgemachte Powerriegel und natürlich auch im Mehrkornbrot verwendet werden. Obwohl der Leinsamen im Vergleich zu anderen Kernen und Samen nur sehr winzig ist, hat er in gesundheitlicher Hinsicht eine große Bedeutung für die Ernährung.





Was sind die Nährstoffe?

Wo oben in der Grafik aufgeführt, enthalten Leinsamen eine die folgenden Nährstoffe*:

100 g Leinsamen enthalten:

425 kcal
31,0 g Fett
22,0 g Eiweiß
34,0 g Ballaststoffe
7,7 g Wasser
0,0 g Kohlenhydrate

* Durchschnittliche Angaben, Mengen können variieren. Angaben ohne Gewähr.

Was die im Leinsamen enthaltenen Ballaststoffe angeht, so sind rund 10 % davon schwer verdaulich, da es sich dabei um Polysaccharide handelt und auch Lignin und Zellulose vorhanden sind. Je nach Sorte enthalten die Samen ca. 40% Fett, wovon etwa die Hälfte aus der ungesättigten Omega 3 Fettsäure besteht. Nicht umsonst hat das hochwertige Leinöl im Vergleich zu anderen Pflanzenölen die höchste Konzentration an Omega 3 Fettsäuren, bzw. der Alpha Linolensäure. Ansonsten sind im Leinsamen auch Fol- und Nicotinsäure enthalten, Pantothensäure, Schleimstoffe, Vitamine B1, B2, B6 und Vitamin E, sowie auch Calcium, Lecithin, Lignanen und Sterine.

In Leinsamen sind allerdings auch Blausäure und Kadmium enthalten, zwar nur in sehr geringen Mengen, aber man sollte nicht mehr als 20 Gramm täglich zu sich nehmen. 10 Gramm Leinsamen sind etwa ein Esslöffel voll.

Sorten, Vorkommen und die Bestandteile der Leinpflanze

Leinsamen PflanzeInsgesamt sind rund 200 Sorten von Lein oder Flachs bekannt, die Leingewächse sind vorwiegend in subtropischen und gemäßigten Regionen zu Hause. Seinen Ursprung hat der Flachs aus den arabischen Staaten. Die Leinpflanzen sind unterschiedlich groß, die durchschnittliche Höhe liegt bei 30 cm, allerdings ist auch eine Höhe von über einem Meter durchaus möglich. Für die Fasergewinnung werden natürlich nur die längeren Sorten verwendet, da die Stängel genau die Fasern enthalten, die für die Produktion vom Leinenstoff notwendig sind. Die kürzeren Flachspflanzen werden in der Regel mehr für die Ölgewinnung angebaut, da sie auch einen viel höheren Ölgehalt aufweisen. Die Blätter sind eher schmal und wechselständig. Der Leinsamen ist in den Fruchtblättern versteckt, die doppelkammerig sind. Die Blüten sind in der Regel groß und etwa zwei Zentimeter breit.
Die Farben vom gemeinen Lein können weiß, hellblau oder auch blau sein. Zarte Blüten haben meistens eine hellblaue Farbe. Lein ist als sehr alte Kulturpflanze bekannt, seine Herkunft geht bis auf die Jungsteinzeit zurück. Im Mittelalter wurde Flachs gesponnen und mühsam zu Stoffen verarbeitet, weshalb dieser Vorgang auch von Männern und nicht nur alleine von Frauen ausgeführt wurde. Auch zu diesem Zeitpunkt war der Samen der Flachspflanze schon ein bekanntes Heilmittel.

Wofür wird Leinsamen verwendet?

Leinsamen kommen sehr vielseitig zum Einsatz. Da sie einen hohen Anteil an Öl aufweisen wird daraus vorwiegend hochwertiges Leinöl hergestellt. Das Öl aus den Leinsamen dient also für die Speisezubereitungen, sowie auch für die Herstellung von Seife, Farbe und auch Druckerschwärze. Ansonsten wird Leinsamen als gesundes Viehfutter und Düngemittel verwendet. Leinsamen finden aber auch in der Pflanzenkunde Verwendung, allerdings handelt es sich hierbei meist um importierte Leinsamen aus Argentinien, Belgien, Indien, Marokko und Ungarn. Der Samen der Flachspflanze wird hauptsächlich für Hauterkrankungen und für die Behandlung von Problemen im Magen- und Darmtrakt erfolgreich angewandt. Ansonsten werden die Samen auch für die Herstellung von Lebensmitteln wie Müsli und Backwaren verwendet. Je nach Verwendungszweck wird Leinsamen entweder ganz, geschrotet oder auch aufgeschlossen für den Konsum verwertet.

Welche Wirkung haben Leinsamen für den Menschen?

Die fantastischen Nährwerte von Leinsamen spielen für den Menschen eine wichtige Rolle. Das beste Beispiel dafür ist der verhältnismäßig hohe Anteil von der Alpha Linolensäure im Leinsamen. Der menschliche Organismus kann keine Omega 3 Fettsäuren herstellen, die aber für verschiedene Funktionen lebensnotwendig sind. Dazu gehören der Aufbau von Gehirn- und Nervenzellen, sowie auch eine positive Funktion um die Blutfließfähigkeit zu verbessern. Auch wird durch den Verzehr von Omega 3 Fettsäuren das Risiko von Herzinfarkten deutlich reduziert.

Leinsamen GesundEin weiterer Grund Leinsamen in die Ernährung mit einzuschließen sind die Ballaststoffe, die in Form von Schleimstoffen und Quellstoffen vorhanden sind. Diese Stoffe helfen bei Verdauungsproblemen. Da die Schleimstoffe eine sehr gute Haftfähigkeit aufweisen, bilden sie einen schützenden Film im Magen und sind deshalb bei nervösen Magenbeschwerden empfehlenswert. Was die Quellstoffe angeht, so quellen diese im Darm auf, wodurch der Speisebrei besser ausgeschieden werden kann. Leinsamen wirkt laut der Naturmedizin beruhigend bei Koliken und hilft bei Darmentzündungen.

Je nach Anwendung und Zubereitung wirkt der Leinsamen gegen Durchfall, aber auch bei hartnäckigen Verstopfungen. Es kommt dabei immer auf die vorhandene Menge an Flüssigkeit an. Ist bei der Einnahme nur wenig Flüssigkeit vorhanden, dann wird der Leinsamen das notwendige Wasser aus dem Darm entziehen, wodurch die Stuhlkonsistenz bei Durchfall beispielsweise dann verdichtet wird. Im Falle von Verstopfungen sollte rund die zehnfache Menge an Flüssigkeit eingenommen werden, damit der verstopfte Stuhlgang besser ausgeschieden werden kann. Eine positive Wirkung wird auch den enthaltenem Calcium zugeschrieben, sowie den Lignanen, die einen Einfluss auf die Gesundheit der Zellen haben und für die Krebsprävention nützlich sein sollen.

Hilft Leinsamen auch bei Tieren?

Ja, denn die Phytotherapie ist nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere als zusatz im Tierfutter geeignet. Obwohl die Wirkungen der Heilpflanzen sehr ähnlich sind, gibt es selbstverständlich Unterschiede bei den jeweiligen Dosierungen. In der Tiermedizin wird Leinsamen bei Magen- und Darmstörungen verwendet, also vor allem bei Darmschleim- und Magenschleimhautentzündung. Verwendet wird entweder der ganze Leinsamen oder man bereitet eine Schleimzubereitung vor, die aus 1 EL geschrotetem Leinsamen und 150ml Wasser zum Einweichen hergestellt wird. Pferden gibt man laut der Heilpflanzenkunde für Veterinären zwischen 50 und 100 g davon, für Hunde sollte die Dosierung je nach Größe zwischen 2 bis 5 Gramm liegen und bei Katzen zwischen 1 bis 3 Gramm.

Viel viele Leinsamen sind für Menschen empfehlenswert?

Leinsamen gibt es im Ganzen, geschrotet und auch als aufgeschlossenen Samen zu kaufen. Aufgeschlossener Leinsamen bedeutet leicht angequetschter Samen, er ist also nicht ganz und auch nicht gemahlen oder geschrotet. Beim geschroteten Leinsamen handelt es sich eher um eine inhaltsreiche Variante, da beim mahlen die Fettsäuren gleich freigesetzt werden. Empfehlenswert ist, die benötigte Menge erst vor dem eigentlichen Verzehr zu schroten oder zerkleinern, da er schneller ranzig wird. Ansonsten ist Leinsamen eher als Ganzes zu verzehren, wenn man damit gezielt die Magen- und Darmprobleme behandeln möchte. Für den normalen Verzehr sollte der ganze Samen erst einmal einige Minuten aufgeweicht werden, damit er leicht quellen kann. Als Flüssigkeit eignen sich Wasser, Milch, Saft und auch Joghurt. Am besten trinkt man zusätzlich noch ein Glas Flüssigkeit extra. Empfehlenswert sind nicht mehr als zwei Esslöffel täglich mit jeweils rund 150 ml Flüssigkeit. Teezubereitungen mit Leinsamen sind übrigens nicht üblich.

Leinsamen Menge pro TagAufpassen heißt es allerdings wenn es um die Kalorien geht, denn 100 Gramm Leinsamen haben etwa so viele Kalorien wie drei mittelgroße Bananen, Geflügelfleisch, ein Hammelkotelett oder auch ein dickes Brötchen mit Käse und Wurst. Wer also fertige Brotmischungen mit Leinsamen kauft, sollte damit rechnen, dass die Kalorien in die Höhe schießen. In einem normalen Leinsamenbrot sind gut 8 % der Samen enthalten, was also ca. 10 % mehr Kalorien ausmacht. Allerdings ist das nicht nur bei Leinsamen der Fall, sondern auch bei anderen Körnerbroten die Sonnenblumenkerne, Sesam oder Mohn enthalten.

Wann sollte man auf den Verzehr von Leinsamen verzichten?

Egal ob man jetzt Leinsamen als Naturheilmittel verzehren möchte oder aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe für eine gesunde Ernährung, es gibt einige Fälle wo man sicherheitshalber den Hausarzt um Rat fragen sollte. Da der Leinsamen ein hohes Quellvermögen hat, ist die Einnahme bei einem engen Mageneingang, bei verengter Speiseröhre und auch bei Schluckbeschwerden zu vermeiden. Auch bei akuten Entzündungen im Magen- und Darmtrakt, bei Übelkeit und Erbrechen ist es besser auf Leinsamen als Naturheilmittel zu verzichten. Wissenswert ist auch, dass die Wirkung von Medikamenten bei zeitnaher Aufnahme mit Leinsamen beeinträchtigt werden kann, weshalb auch insulinpflichtige Diabetiker erst einmal den Arzt wegen ihrer Insulindosis konsultieren sollten. Selbstverständlich ist auch ein Gang zum Spezialisten notwendig, wenn die Probleme beim Stuhlgang über einen längeren Zeitraum anhalten sollten.

Leinsamen Rezepte, die besonders beliebt sind

Leinsamen machen sehr lange satt und sind auch bei der Verdauung mehr als behilflich. Aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe lohnt es sich also auf jeden Fall, die leckeren und beliebtesten Rezepte auszuprobieren.


Hirsebrot mit Leinsamen

Zutaten:
Leinsamen Hirsebrot

  • 400 g Weizenmehl
  • 400 g Dinkelmehl
  • 125 g Hirse
  • 80 g Leinsamen
  • 1 Hefewürfel (42 g)
  • ½ TL Korianderpulver
  • ½ TL Kümmelpulver
  • 3 EL Zucker
  • 2 TL Salz
  • 450 ml lauwarmes Wasser

Zubereitung:
Die Hefe im lauwarmen Wasser mit Salz und Zucker auflösen. Die Mehlsorten werden mit den Pulvern und Samen vermischt und zu der Hefemischung hinzugegeben. Zu einem geschmeidigen Teig kneten und gegebenenfalls wenn der Teig klebt noch etwas Weizenmehl hinzufügen. Dann zugedeckt ca. 45 Minuten stehen lassen. Anschließend den Teig in eine ausgelegte Kastenform geben und im Backofen bei 190 Grad rund eine Stunde backen lassen.


Power Müslie-Riegel

Zutaten:
Müsliriegel mit Leinsamen

  • 100 g Haferflocken
  • 50 g Kokosflocken
  • 50 g Sesam
  • 50 g Leinsamen (geschrotet)
  • 25 g Amaranth (gepufft)
  • 50 g gemahlene Mandeln
  • 50 g getrocknete Birnen und 50 g Apfelringe

Zubereitung:
Alle Zutaten in einer Schüssel vermischen und vorher das Obst klein hacken. Anschließend ca. 150 ml Wasser nach und nach in kleinen Mengen untermischen, so dass der Teig formbar wird, aber nicht zu flüssig. Den Backofen auf 180 Grad vorheizen und die Müslimischung flach gedrückt auf das Backblech geben. Die Portionen lassen sich mit dem Messer eindrücken. Anschließend rund 20 bis 25 Minuten goldbraun backen lassen. Die gebackene Mischung sollte kurz abgekühlt, aber noch warm in der gewünschten Form geschnitten werden. Die Riegel dann am besten luftdicht verpacken und aufbewahren.


Gefüllte Champignons

Zutaten:
Leinsamen Rezepte und Gerichte

  • 8 mittelgroße Champignons
  • 1 EL Leinsamen
  • 1 EL Sonnenblumenkerne
  • 50 g Hüttenkäse
  • 1 TL Oregano
  • 1 TL gehacktes Basilikum
  • 1 EL Sonnenblumenöl
  • Zitronensaft
  • Salz und Pfeffer nach Bedarf

Zubereitung:
Die Champignons werden geputzt und die Stiele geschnitten. Das Öl wird mit dem Zitronensaft und Salz vermischt und die Pilze damit eingepinselt. Die restlichen Zutaten mischen und die Pilze damit füllen. Anschließend auf ein eingefettetes Backblech geben und im vorgeheizten Backofen ca. 20 Minuten bei 200 Grad backen lassen und sofort servieren.


Honigcreme mit Früchten und Leinsamen

Zutaten:
Quark mit 2TL Leinsamen

  • 500 g Magerquark
  • 150 g Naturjoghurt
  • 3 EL Honig
  • 2 TL Leinsamen
  • Obst nach Wahl

Zubereitung:
Den Quark mit dem Joghurt cremig rühren und den Honig hinzugeben. Die Mischung in Schälchen abfüllen und mit dem Obst und den Leinsamen dekorieren.
Ansonsten kann man auch über Nacht die Leinsamen mit Wasser bedecken und einweichen lassen. Am Morgen zum Frühstück braucht man dann nur das übrig gebliebene Wasser abgießen um die gequollenen Leinsamen mit Joghurt und etwas Zimt zu vermischen, falls es einmal besonders schnell gehen sollte.


Es gibt unzählige Rezepte für Zubereitungen mit Leinsamen oder mit dem hochwertigen Leinsamenöl. Sie sind trotz ihrer geringen Größe eine ausgezeichnete Quelle für wichtige Nährstoffe und vor allem für die essentiellen Fettsäuren. Was den Geschmack angeht, so ist dieser als nussig zu beschreiben. Um den Samen besser verdauen zu können sollte er gründlich gekaut werden, also nicht einfach nur heruntergeschluckt werden. Was die Aufbewahrung von Leinsamen betrifft, so können sie im Kühlschrank etwa ein Jahr oder bei Raumtemperatur dunkel gelagert mindestens sechs Monate aufgehoben werden.

Der Geschmack von Leinsamen

Das besondere am Leinsamen ist, dass der Geschmack von den Speisen im Vergleich zu anderen Samen wie Mohn oder Sesam beispielsweise, nur sehr wenig beeinträchtigt wird. Sie eignen sich vorzüglich um die Flocken zum Frühstück zu beleben, den Apfelbrei oder das Joghurt schmackhafter machen, oder als Ergänzung zu den Smoothies, um die Ballaststoffe noch besser zu erhöhen.

Leinsamen als glutenfreies Bindemittel

Leinsamen ist übrigens auch ein gutes und glutenfreies Bindemittel und dem Chia Samen ähnlich. Wer also glutenfrei backen möchte, kann auch Leinsamen zum Binden und Verdicken vom Teig nehmen. Was die Mischung angeht, so liegt die je nach Rezept bei rund 3 Esslöffel heißem Wasser auf einen Esslöffel vom Samen. Auch ist die Backzeit etwas höher wenn man Leinsamen oder Chia Samen als Bindemittel benützt.
Leinsamen ist in Bio-Lebensmittelgeschäften, Reformhäusern und Drogerien erhältlich, wo es den Samen pfundweise in Tüten gibt. Wer Leinsamen im Garten selbst anpflanzen will, kann hierzu die gekauften Samen benützen und diese dann aussäen.